Computer profitieren ueberall von Menschen -2050- Digital Native

Digital Native

Als digital native (deutsch: „digitaler Ureinwohner“; Plural: digital natives) wird eine Person der gesellschaftlichen Generation bezeichnet, die in der digitalen Welt aufgewachsen ist.[1] Als Antonym existiert der Begriff des digital immigrant (deutsch: „digitaler Einwanderer[2] oder „digitaler Immigrant“) für jemanden, der diese Welt erst im Erwachsenenalter kennengelernt hat.

Etymologie

Das erste Mal tritt der Begriff native im technologischen Zusammenhang in der 1996 veröffentlichten Unabhängigkeitserklärung des Cyberspace von John Perry Barlow auf. In dieser heißt es in einem Absatz:

You are terrified of your own children, since they are natives in a world where you will always be immigrants.

Der Begriff digital native wurde von Marc Prensky[3] geprägt, einem ausgebildeten Pädagogen und Manager mit Aktivitäten auch im Bereich E-Learning. Als Ursprünge gelten der Artikel Digital Natives, Digital Immigrants in der Zeitschrift On The Horizon im Oktober 2001 und der Folgeartikel Do They Really Think Differently? im Dezember 2001. Als Übertragungen von „Digital Natives“ ins Deutsche werden „[die] Digital-Nativen“,[4] „[die] Digitalen Einheimischen“,[5] „[die] digitalen Eingeborenen“,[6] „[die] digitalen Ureinwohner“[2] und Ähnliches verwendet.

Ein Synonym ist der Begriff born digital („digital geboren“),[7] welcher schon früher für Medien und Kunst verwendet wurde, die rein digital entstanden sind. Eine Bezeichnung mit anderem Schwerpunkt ist Generation Internet.[8] oder Generation C64. Im Gegensatz zur in die Zukunft sehr offenen Bezeichnung Digital Natives ist dieser Begriff eher endlich und wird irgendwann durch etwas Neues abgelöst, was auch für das ähnliche Generation M[edia][8] gilt. Allgemeiner kann man sie als Generation Y oder Millennials bezeichnen.

Beschreibung

Prensky beschreibt mit Digital Natives 2001 alle Schüler vom Kindergarten bis zum College. John Palfrey und Urs Gasser ziehen mit 1980 als ältestem Geburtsjahrgang von Digital Natives in ihrem 2008 erschienenen Buch Born Digital eine noch deutlichere Grenze.[9] Es ist die erste Generation, welche von klein auf mit der neuen Technik des digitalen Zeitalters aufgewachsen ist. Computerspiele, E-Mails, Internet, Mobiltelefone und Instant Messaging seien integrale Bestandteile ihres Lebens, sie wurden schon früh damit sozialisiert. Diese allgegenwärtige Ausstattung und die massive Interaktion damit führe zu einem anderen Denken, anderen Denkmustern und zu einem fundamentalen Unterschied, Informationen zu verarbeiten. Grundlage ist demnach, dass unterschiedliche Erfahrungen zu unterschiedlichen Hirnstrukturen führen. Sie seien gewohnt, Informationen sehr schnell zu empfangen, sie lieben es, parallel in Multitasking zu arbeiten. Sie lieben den Direktzugriff auf Informationen (im Gegensatz zum seriellen), ziehen die Grafik dem Text vor und funktionieren am besten, wenn sie vernetzt sind. Sie gedeihen bei sofortiger und häufiger Belohnung.[10]

Während “digital natives” attestiert wird, sich gut im Internet und mit neuen Technologien auszukennen, zeigt sich in neueren Studien, dass sie oft dennoch nicht in der Lage sind, zwischen wahren und unwahren Informationen im Internet zu unterscheiden.[11]

Digital Immigrants sind mit diesen Techniken nicht von klein auf vertraut, sie adaptieren ihre Umwelt, um damit zu arbeiten. Als Kennzeichen bringt Prensky folgende Beispiele: Sie drucken eher eine E-Mail aus oder lassen sie sich von der Sekretärin ausdrucken. Sie bringen eher Leute physisch ins Büro, um ihnen eine Webseite zu zeigen, als dass sie nur die URL versenden. Um einen Text zu überarbeiten, drucken sie ihn vorher aus. Sie können sich nicht vorstellen, dass man, während man Musik hört oder Fernsehen schaut, lernen kann, weil sie es selbst nicht können, da sie es in ihren Jugendjahren nicht gemacht haben.[10] Primär sind mit der Gruppe die Geburtenjahrgänge vor 1970 gemeint.[12]

Zwischen diesen beiden Gruppen besteht eine Kluft hinsichtlich der IT- und Computernutzung. Die Schüler sind nicht mehr dieselben wie früher. Man hat nach Prensky dadurch die Unterrichtsmethoden und den Inhalt anzupassen.[10]

Autor und Management-Professor Don Tapscott beschäftigt sich seit seinem Buch Net Kids (1998) mit den Auswirkungen und Veränderungen, die das Aufwachsen der Generation der Digital Natives auf alle Bereiche der Gesellschaft hat. Im Bestseller Wikinomics (2006) beschreibt er insbesondere die Folgen für die Wirtschaft. Für sein Buch Grown up digital (2008)[13] hat er 11.000 Jugendliche zu ihrem Netznutzungsverhalten befragen lassen.

Nach Moshe Rappoport von IBM Research zeichnet sich die junge Generation auch durch Risikobereitschaft und schnelles Handeln aus, analog zu Computerspielen, wo man mit Risikoverhalten schnell zum Ziel komme beziehungsweise nach einem Game over einfach neu beginne. Galt man früher als gescheitert, wenn eine Geschäftsidee nach zwei Jahren nicht mehr funktionierte, so gehe es heute stärker darum, Ideen auszuprobieren, umzusetzen und gegebenenfalls wieder zu verwerfen. Auch spiele die Akzeptanz für neue Technik für die Einführung in Unternehmen eine wichtige Rolle und deshalb werde es beim Eintreten der Digital Natives in die Führungsebenen zu einem radikalen Umdenken in Unternehmensführungen kommen.[12]

Studien zum Konzept

Verschiedene Studien öffentlicher, akademischer und privater Institutionen zum Mediennutzungsverhalten von Jugendlichen haben sich mit der Identifikation typischer Muster im Verhalten von Digital Natives auseinandergesetzt, zum Beispiel:

  • ARD/ZDF Langzeituntersuchung Massenmedien (1964–2005)
  • Statistisches Bundesamt: Informations- und Kommunikationstechnologien in privaten Haushalten (2002–2006)
  • Institute for Social Research, University of Michigan: Changing Times of American Youth (1981–2003)
  • Kaiser Family Foundation: Kids & Media @ the New Millennium (1999)
  • DIVSI: Kinder, Jugendliche und junge Erwachsene in der digitalen Welt[14] (2014)
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