Und die Sorgen kamen später Sorglos ab in die Datenwolken Auf dem Weg in den Urlaub oder zum Geschäftstermin sollen sich Reisende so wenig Gedanken wie möglich machen müssen. Das ist der hohe Anspruch, den Flughäfen mit ihrer Digitalstrategie verfolgen. “Seamless Travel” heißen die Zauberworte: ein datengestütztes Leitsystem für Passagiere. 08.03.2017 Der Flughafen als Smart City? (Foto: Fotolia.com) Am Flughafen treffen alle aufeinander: chinesische Touristen, Geschäftsreisende aus Dubai, Flugzeug-Fans aus dem Umland, Mallorca-Urlauber auf dem Weg zum Junggesellenabschied und tausende andere Reisende. Und alle haben nur ein Ziel: möglichst schnell und unkompliziert von zu Hause an ihr Ziel zu kommen. Diese heterogene Gruppe mit möglichst exakten Informationen zu unterstützen, ist ein Ding der Unmöglichkeit – könnte man meinen. “Damit wir alle Reisenden gleichermaßen gut bedienen können, ist die Digitalisierung eine unserer Top-Prioritäten”, sagt Konrad Best, Leiter Digital am Flughafen München. Gleich auf mehreren Ebenen laufen Projekte, um die Angebote und Services des Flughafens digital zu realisieren. “In erster Linie geht es darum, den Passagieren noch mehr Komfort zu bieten, aber auch gezielt relevante Kaufanreize zu setzen”, sagt Best. Der Flughafen als Smart City Das beginnt bei der Verständigung in mehreren Sprachen, geht über die Orientierung im Gebäude und auf dem Weg zum Flieger und reicht bis zu transparenten Informationen zu An- und Abreise. Der gesamte Flughafen Campus ist mit kostenlosem WLAN versorgt. Ein wichtiges Kriterium für andere Services: “Über ein Login-Portal für das kostenlose Datennetz erreichen wir auch Besucher, die weder deutsch noch englisch sprechen”, erklärt Best. “Loggt er sich ins WLAN ein, können wir aufgrund seiner Browser-Einstellungen sehen, welche Sprache er bevorzugt – und ihn entsprechend mit Informationen versorgen, etwa zu welchem Gate er muss und wie er dorthin gelangt.” Informationsaustausch per App Interaktion ist ein wesentlicher Bestandteil der Digitalisierungsoffensive des Flughafens. Als Infrastrukturanbieter verfügt der Flughafen im Gegensatz zu Airlines, Autovermietern oder Einzelhändlern über keinerlei Informationen zu den Besuchern. Für den Kontakt zu den Besuchern gibt es daher die App „”Passngr”, die auch von den Flughäfen Hamburg und Düsseldorf genutzt wird. Neben der Website ist die App ein wichtiger Infokanal. Darin finden sich auch Informationen aus anderen Quellen. “Für den Weg zum Flughafen gibt es viele Anbieter, die Verkehrsmittel analysieren, Routen planen und Wegezeiten berechnen. Aber alle Vorhersagen enden praktisch an unserer Türe”, sagt Best. “Wir entwickeln ein System, das diese Informationen um wichtige relevante Punkte aus erster Hand ergänzt. Etwa um die Wartezeit beim Check-in oder am Sicherheitscheck. Und zwar nicht nur in Echtzeit, sondern auch idealerweise prognostiziert.” Per Videoanalyse werden Warteschlangen an der Sicherheitskontrolle erfasst, Analysesoftware sagt die Wartezeit für Neuankömmlinge voraus und bezieht dabei auch Informationen etwa der Nahverkehrsbetriebe mit ein. Punktgenaue Vorhersagen Durch das Zusammenspiel verschiedener Quellen bekommen Fluggäste so einen sehr viel genaueren Eindruck davon, wie lange sie unterwegs sind, und zwar von der eigenen Haustür bis zum Flieger – und im Idealfall sogar darüber hinaus: Für Reisen nach Hamburg oder Düsseldorf oder von dort soll die App in Zukunft die Reisezeit praktisch von Haustür zu Haustür berechnen. Damit dieser Plan aufgeht, ist auch die Wegeführung im Gebäude relevant. “Das ist allerdings die hohe Kunst der Navigation”, gibt Best zu, die Umsetzung könnte sich noch etwas in die Länge ziehen. Die Voraussetzungen sind zumindest schon geschaffen: Der komplette öffentlich zugängliche Flughafen ist per 360-Grad-Kamera erfasst und steht für virtuelle Touren in 2-D und 3-D zur Verfügung. Virtuelle Rundtour durch den Flughafen Wer will, kann sich per App oder auf der Webseite des Flughafens anschauen, welchen Weg er nehmen muss. Dazu sind im Kartenmaterial sämtliche “Points of Interest” hinterlegt und mit zusätzlichen Informationen versehen, etwa den Öffnungszeiten von Geschäften. “Letzten Endes geht es bei der Digitalisierung darum, Prozesse für Besucher und Mitarbeiter zu verbessern”, fasst Best zusammen. Die aktuellen Projekte seien aber erst die Spitze des Eisbergs: “Unser Ziel ist es, zunächst alle bereits vorhandenen Services digital zugänglich zu machen. Auf dieser Basis können wir dann neue Angebote schaffen.” Bis zur “Smart City Munich Airport” dürften also noch einige Starts und Landungen vergehen. Die Digitalisierung verändert die Spielregeln. Die digitale Economy – die d!conomy – bietet grenzenlose Chancen und Möglichkeiten. Auf der CeBIT lassen sich die Lösungen für die Wirtschaft von morgen entdecken.

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