“Generation Allah!”

Vortrag

Ahmad Mansour | Copyright: Ahmad Mansour by Zeitgeist-medien
Ahmad Mansour | Copyright: Ahmad Mansour
15.03.2017
19:00 Uhr

Ort: Hauptraum der Synagoge Essen

 

Mansour plädiert für eine innere Reform des Islam. Es müsse eine innerislamische Debatte um Glaubensinhalte und Selbstverständnis eines zeitgemäßen Islam initiiert werden. Die islamischen Verbände distanzierten sich zwar von der Gewalt, beteiligen sich auch an Präventivprogrammen, sind aber nicht willens “eigene Inhalte infrage und sich den eigenen Problemen (zu) stellen.” Es fehlen so die geistlichen Vorbilder, die für einen unzweideutig demokratischen Islam stehen.

Eine patriarchal-konservative Familienstruktur begünstige mit Angstpädagogik, Sexual- und Kritikunterdrückung, einem stereotypen Frauen- und Männerbild, dass junge Menschen von radikalen Gruppierungen vereinnahmt werden können. Ebenso fördere die hier tradierte Fixierung auf eine vermeintliche Opferrolle von islamischen Gläubigen in der westlichen Welt und dem entsprechenden Feindbild den Zugriff radikaler Islamisten

Seit 2013 arbeitet er auch bei “Hayat”, einer Berliner „Beratungsstelle gegen Radikalisierung“. Hayat richtet sich an alle, die sich um einer Zuneigung von Angehörigen oder Bekannten zum Islamismus Sorgen machen. Mansour kann sich in den Medien häufig über den politisch-religiösen Radikalisierungsprozess äußern, so etwa über die Anziehungskraft des syrischen Bürgerkriegs auf radikale Jugendliche oder mit seinen Erfahrungen als Berater bei Hayat.

Mansour hält die verstärkte Radikalität unter muslimischen Jugendlichen für ein Phänomen, das teilweise mit Jugendkultur zu vergleichen sei. Mit dem Begriff „Generation Allah“ spricht er von einer aktuellen jugendlichen Tendenz, die Identität aus der Religion zu schöpfen. Bei der Radikalisierung von Jugendlichen spielt laut Mansour die Tabuisierung von Sexualität eine Schlüsselrolle.

Mansour ist Sprecher des 2015 gegründeten Muslimischen Forums Deutschland, das sich als Alternative zu den bestehenden Islam-Verbänden versteht.

Ahmad Mansour wurde 1976 als Sohn arabischer Israelis im Dorf Tira bei Kfar Saba geboren. Er wuchs in einer muslimischen Familie auf. Während seiner Schulzeit kam er in Kontakt mit einem fundamentalistischen Imam, wodurch er beinahe zu einem Islamisten wurde. Sein Psychologiestudium (1996–1999) in Tel Aviv half ihm dabei, sich vom Islamismus zu lösen. Nachdem er einen Anschlag miterlebt hatte, ging er 2004 nach Deutschland. 2005 setzte er sein Studium in Berlin fort. Heute arbeitet er als wissenschaftlicher Mitarbeiter im Zentrum für demokratische Kultur in Berlin und als beratender Programmdirektor bei der Europäischen Stiftung für Demokratie in Brüssel. Seine Arbeitsschwerpunkte sind Salafismus, Antisemitismus sowie psychosoziale Fragen und Probleme bei Migranten muslimischer Herkunft. Er war bis 2016 Gruppenleiter des Berliner Antigewalt-Projekts HEROES, die sich aktiv gegen jede “Unterdrückung im Namen der Ehre” wenden.

Weitere Termine in der Synagoge-Nordstadt Essen City

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