Wenn politisch etwas ins Laufen kommt “Endspurt” -Wolfgang Bosbach

„Endspurt – Wie Politik tatsächlich ist – und wie sie sein sollte”

Buchpräsention VOM Autor und Politiker Wolfgang Bosbach

Die heitere Buchpräsentation seines oben genannten Buches, des seit 23 Jahren in

der Politik und im Bundestag tätige Wolfgang Bosbachs wurde von Vera Steinkamp,

der Leiterin des Bistum Essen, unterstützt.

Das Wortspiel „Endspurt” in dem die Wörter Ende und Spurt verwoben sind, sollen

den Karriereweg von Wolfgang Bosbach verdeutlichen, der wegen politischer Ent-
scheidungen des Kanzleramtes und seiner persönlichen, aber auch gesundheitlichen

Entwicklung seinen individuellen „Endspurt” verwirklichen möchte und in seinem

neuen Buch darüber erzählt.

Wolfgang Bosbach, erlebt durch seine politische Prominenz und damit verbundenen

Auftritte und Termine im öffentlichen Leben, das er, wie er beherzt dem Publikum

gesteht, trotz körperlich erlebter Nachteile seiner Krebstherapie, den Wunsch seine

politische Laufbahn ordentlich und fristgerecht zu beenden. Oft, eigentlich viel zu

häufig sind das politische Leben mit emotionalem, aber auch mit sehr viel Zeitdruck

verbunden. Heute hat er ein Zeitmanagement entwickelt und gibt einem neuen Tag

auch mal ein bisschen Arbeit aus dem gestrigen Tag mit.

Die Krebstherapie bringt Müdigkeit mit sich, sei auch kraftraubend und

anstrengend. Obwohl es ihm oft schwergefallen ist, gegen die eigene Partei zu

argumentieren, möchte er nicht, wie er wortwörtlich formulierte, „nicht die Kuh

sein, die quer im eigenen Stall steht”, aber „auch nicht gegen seine eigene

Überzeugung im Bundestag stehen”.

Zu den Themen Haftungsunion und Transferunion geht er ganz klar in Position. Die-
se (De-)Regulierungen stellt er eindeutig als Endeignung der Sparer dar. Uns wird

seinerseits erläutert, dass die BRD aktuell einen Schuldenstand von jährlich 300

Milliarden Euro macht, es seien zwar keine Neuschulden, das Geld würde dafür

verwendet Altschulden zu begleichen. Neu ist die Schwarze Null und das keine

neuen Zinsen für die Altschulden berechnet werden, dass aber auch die Sparer

keine guten Zinsen mehr für ihre hinterlegten Ersparnisse bekommen würden.

Die Grenzöffnung im Jahr 2015 bewertet er als positive Entscheidung, weil diese

Grenzöffnung, seiner Meinung nach eine humanitäre Katastrophe verhindert haben

könnte. Aber, das betonte er auch ganz deutlich, muss man in der Politik dann auch

wieder zu Recht und Ordnung zurück kehren.

Die Europaflüchtlinge, wurden registriert, weitestgehend versorgt und sollten so

schnell wie möglich zu einem geregelten Alltag zurück kehren. In diesem Zu-
sammenhang zitiert er Appolonius : „Prüft alles und prüft das Gute.” Und stellt im

Laufe seiner Buchpräsentation noch die Schwierigkeiten dar, verfolgten Christen die

Möglichkeit zu geben nach Deutschland zu kommen. Hindernisse, die den

Politikern, die Christen nach Deutschland holen wollten, um sie vor den grausamen

Verfolgungen während des Krieges zu schützen kamen insbesondere aus dem

Bundesamt für Migration und Flüchtlinge, die es ihnen nicht erlaubte, diese

Flüchtlinge aufzunehmen, weil die Muslima im Bundesamt darauf bestand Muslime

aufzunehmen, was die involvierten Politiker sehr empört haben soll.

Die Arbeit vieler Flüchtlingshelfer sei ein reiner Akt praktizierter Nächstenliebe und

wird im überwiegenden Teil fast ausschließlich ehrenamtlich vollzogen, wobei Herr

Bosbach auch ehrenamtlich im Zusammenhang mit den Flüchtlingen tätig ist.

Gerne hält er an altmodischen Tugenden fest, auch wie er persönlich meinte, diese

altbacken wirken. Seine im Laufe seines Lebens beigebrachten Wesensarten, wie

Fleiß und ordentlich sein, habe er stets versucht als Tugend zu begreifen und zu

praktizieren. In seiner politischen Arbeit sei es ihm wichtig, als Kandidat um

Vertrauen zu werben. Eine aufgestellte politische Position sollte beibehalten

werden, um das Vertrauen der Bürger nicht zu enttäuschen.

Parteiarbeit nennt er auch Menschensport, er blieb Parteivorsitzender der CDU. Als

er für verschiedene Ämter kandidierte, wurde er seitens des Kanzleramtes wieder

mit seiner, oft gegenteiligen Überzeugung konfrontiert. Weil er gegen die finanziel-
len Vorteilen, die er zum Beispiel als Innenminister erfahren hätte, sich seine per-
sönliche Überzeugung vorbehielt, wurde er vermutlich von Frau Merkel auch für an-
dere Ministerposten abgelehnt, weil er oft anderer Meinung war.

Wolfgang Bosbach erfährt rund 6000 Einladungen im Jahr, die er gerne alle an-
nimmt, auch um die Bürger nicht zu enttäuschen. Er erklärt uns, dass er zwar

wisse, dass Nebentätigkeiten von Politikern nicht gerne gesehen sind, aber auch ein

Berufspolitiker wissen nicht, was nach 4 Jahren Amtszeit passiert und rät jedem,

der in die Politik gehen möchte, das Finanzielle nicht aus dem Augen zu verlieren.

Von Beruf ist Herr Bosbach selbständiger Rechtsanwalt, in den Zeiten in denen er

für das Kabinett tätig ist, verdiene er selbstverständlich kein Geld als Anwalt. Diese

Tätigkeit versuchte er immer in dem sitzungsfreien halben Jahr zu bewerkstelligen.

Vera Steinkamp befragt ihn zu der Situation, als der Bundesminister „Ich kann dei-
ne Fresse nicht mehr sehen.” in seine Richtung von sich gab. Herr Bosbach gab

ziemlich amüsiert von sich, dass er sich noch gut daran erinnern könne. Es ging da-
mals um das Rettungspaket II für Griechenland. An der Landesgruppe NRW zu die-
sem Thema, der er beiwohnte, nahmen auch Bundeswirtschaftsminister Schäuble,

Carsten Linnemann und Roland Pofalla teil. Offenbar war diese Bemerkung an einen

Politiker gerichtet, der kurz zuvor die Runde verlassen hatte und die Bemerkung im

wahrsten Sinne des Wortes lediglich in seine Richtung ging. Der Kanzlerminister

entschuldigte sich am nächsten Morgen dafür.

Auf die Frage, wie er mit Kritik umgehen würde, schilderte er, dass sehr oft die

Kritik käme, dass er und andere Politiker nichts tun würden, außer viel Geld kosten.

Er kommt meistens erst gegen 23 Uhr dazu, diese Kritiken telefonisch abzuarbeiten.

Die Reaktion, die er dann erhalten würde, beschränke sich meist auf die Ge-
genfrage, warum er so spät anrufen würde. Die Antwort bleibt selbstredend.

„Frau Merkel ist ein Arschloch.”, ist ein Zitat von Peter Tauber, wie wir während der

Veranstaltung erfahren haben. Wolfgang Bosbach ist der Ansicht, dass man jeder

Zeit sein Bestes geben soll. Wort und Tat müssen übereinstimmen., um das Vertrau-
en der Bürger nicht zu verspielen. Ein Politiker bzw. eine Politikerin muss die Gabe

besitzen, jeden Tag dazu zu lernen, sich intensiv mit der aktuellen Sachlage

auseinander zu setzen, damit die richtige Entscheidung getroffen werden kann.

Er erzählt auch von den Widersprüchen, die die Bürger erleben, von den Zahlen die

Betroffene wahrscheinlich genauso schockieren, wie die die dafür gerade stehen

müssen. 180.000 Euro Kindergeld werden jährlich ins Ausland gezahlt. Familien, die

mehr als 2000 Euro netto Kindergeld im Monat bekommen, machen Probleme,

wenn das Familienoberhaupt, plötzlich für ein Einkommen arbeiten muss, weil auf

dem Arbeitsmarkt nicht annähernd soviel Einkommen, sowohl Netto als auch Brut-
to, erzielt werden wird. Das verstehen die nicht, es ist schwer nachvollziehbar, wie

das argumentiert werden soll, wenn noch nicht mal auf dem deutschen Arbeits-
markt dieses Einkommen in Aussicht gestellt werden kann.

Bosbach: „Christen sind das Ebenbild Gottes und schauen nicht weg, wenn Men-
schen in Not sind.” Der Staat erfahre eine ungeheurere Last, wenn das christliche

Engagement nicht wäre. Leider sind ja nur 2,8 % der deutschen Bevölkerung in

einer Partei.

Stolz und mit Humor berichtet er von einer persönlichen Begegnung mit Papst

Franziskus im Petersdom, die er in seinem Buch auch noch ausführlich schildert.

In der späteren Fragerunde des Publikums antwortet er auf die Frage, was er ma-
chen wird, wenn er aus dem Bundestag ausgeschieden ist, dass er nichts machen

wird, das mit Politik zu tun hat. Er kann sich vorstellen wieder mehr anwaltlich zu

arbeiten und in der Krebsforschung ehrenamtlich tätig zu werden.

Die Frage, wie er sich die Kombination von EU-Gesetzen und Transferunion vorstel-
le, gibt er wieder seine eindeutige Position zu erkennen, dass die aktuelle politische

Entscheidung zu diesem Thema nicht ehrlich und überzeugend sei. Die

Formulierung „Kein Land hafte für das andere.”, sei von EU-Richtern erweitert

ausgelegt worden. Kein Land hafte für das andere, bedeute auch, dass ein Land für

das andere haften kann. Eine Auslegung, die sich nicht beweisen lässt.

Persönlich ist er davon überzeugt, es gehöre zu den Lebensweisheiten schlechthin,

dass Handlung und Haftung nie vertraglich voneinander aufgelöst werden sollten.

Das Risiko, ich nenne es mal die Versuchung, wäre zu groß, dass sich der eine fi-
nanziell zu weit aus dem Fenster lehnt, weil er ja die Gewissheit hegen darf, ein

anderer hafte für ihn. Diese Position in der Politik, ist eine Untauglichkeit.

Herr Bosbach zeigte sich bei der persönlichen Signierung sehr menschennah, auf-
geschlossen und war jederzeit bereit

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